Openbox installieren

Openbox ist ein sehr stabiler und schneller Fenstermanager. Er zeichnet sich durch seine seine hohe Anpassungsfähigkeit und einen geringen Ressourcen-Bedarf aus und eignet sich daher hervorragend auch für leistungsschwächere Rechner. Openbox ist der Standard-Fenstermanager der Desktop-Umgebungen LXDE bzw. LXQt. Auch verschiedene unixiode Linux Varianten setzen ebenfalls auf Openbox.

Openbox ist keine vollständige Desktop Umgebung, er bringt weder ein Panel noch andere Erweiterungen mit. Openbox kann aber durch viele sinnvolle Zusatztools aufgewertet werden. Openbox beinhaltet ein Auswahlmenü, ähnlich dem, das die meisten Desktop-Umgebungen bei Klick auf die Taskleiste zu Verfügung stellen. Mit diesem vollständig konfigurierbaren Menü kann man Openbox beenden oder die nach Gruppen gegliederten Programme starten.

Geschichte

Ursprünglich wurde Openbox vom X-Fenstermanager Blackbox abgeleitet. Blackbox wurde 1997 als ein leichter X Window-Manager entwickelt und wurde vollständig im Original-Code von C++ geschrieben. Zusammen mit Blackbox 0.65 wurde Openbox ausgegliedert und komplett in C geschrieben.

Openbox, derzeit in der Version 3.4, ist seit der Version 3.0 völlig frei von jeglichem Blackbox-Code. Das Openbox-Projekt wurde in erster Linie von Dana Jansens von der Carleton University in Ottawa, Ontario, Kanada geschrieben. Openbox dient auch als Fenstermanager für die LXDE Desktop-Umgebung.

Das Projekt startete 2002, für Version 3 wurde Openbox komplett neu geschrieben, lehnt sich jedoch immer noch an das Aussehen von Blackbox an.

Installation

Wir werden Openbox mit dem folgenden Befehl installieren:

pkg install openbox

Es empfiehlt sich, die grafischen Konfigurations-Tools obconf und obmenu mit zu installieren.

pkg install obconf obmenu

Mit dem Programm obconf kann das Design und Verhalten von Openbox konfiguriert werden.

Mit obmenu wird das Kontextmenü, (was mit der rechten Maustaste aufgerufen wird) den eigenen Bedürfnissen und Workflow angepasst. Obmenu kann nicht nur einzelne Programmstarter erstellen, sondern auch Untermenüs erzeugen.

Konfiguration

Zum Konfigurieren von Openbox gibt es ein Hilfsprogramm namens ObConf, den Openbox Configuration Manager.

Ungewöhnlich ist die Konfiguration des Fenstermanagers durch XML-Dateien. ICCCM und EWMH werden ebenso unterstützt wie die Arbeit mit mehreren Monitoren gleichzeitig durch Xinerama.

Durch Bearbeiten von nur drei Dateien kann man ihn an die eigenen Vorlieben anpassen. Es gibt aber auch Programme, mit denen man Einstellungen und Menüs grafisch konfigurieren kann.

Nach der Installation und dem ersten Start von Openbox befinden sich die globalen XML Konfigurationsdateien im Ordner /usr/local/etc/xdg/openbox/. Wir kopieren den gesammten Inhalt des Ordners /usr/local/etc/xdg/openbox/ in unser Homeverzeichnis nach ~/.config/openbox. Dieser Ordner im Homeverzeichnis wurde bereits nach dem ersten Start von Openbox automatisch angelegt. Dabei werden vorhandene Dateien überschrieben. Wir sorgen dafür, das diese Dateien gelesen und beschrieben/geändert werden können.

cp /usr/local/etc/xdg/openbox/*.*  ~/.config/openbox

Wir starten den Openbox Konfigurationsmanager, um Aussehen und Design zu ändern.

Obconf Oberfläche
Option Wirkung
Theme Themenauswahl (Fensterdekoration, Farben)
Appearance Schriftarten und Layout der Titelzeile eines Fensters
Windows spezielle Fensterfunktionen
Move und Resize Verhalten bei Positions- und/oder Größenänderung eines Fensters
Mouse Fensterfokus und Verhalten beim Doppelklick der Titelzeile
Desktops Anzahl der virtuellen Desktops
Margins Verhalten der Randbereiche des Desktops
Dock zusätzliche Symbol-/Programmleiste

Nun können wir die menu.xml mit dem Konfigurationstool obmenu editieren und unseren Wünschen gemäß anpassen.

obmenu Oberfläche

Wallpaper einrichten

Wir installieren feh, um ein Wallpaper unserer Wahl anzuzeigen.

pkg install feh

Autostart

Der Fenstermanager Openbox kommt in der Standard Ausführung ziemlich spartanisch daher. Deshalb erweitern wir ihn durch zusätzliche nützliche Tools und Funktionen. Diese werden werden im Homeverzeichnis im Ordner ./config/openbox in die Datei autostart eingetragen.

Eine typische autostart Konfiguration sieht wie folgt aus:

tint2 &

volumeicon &

compton &

xterm -fa 'Mono' -fs 11 -geometry +20+20 &

xclock -geometry 200x200-50+50 &

feh /home/daniel/Archiv/Images/bsd.png

tint2 versorgt Openbox mit einem Panel.

volumeicon ist ein Lautstärkeregler.

compton ist ein Compositmanager für Schattenwurf und Transparenz.

Wir positionieren das Terminal xterm in der Schrift Mono und der Schriftgröße 11 und bestimmen den Ort mit der geometrie.

Wir positionieren eine analoge Uhr und bestimmen den Ort mit der geometrie.

Mit feh wird ein Wallpaper geladen und angezeigt.

Start

Wenn wir ohne Loginmanager arbeiten und X mit startx von der Konsole starten, müssen wir im Homeverzeichnis eine .xinitrc erstellen und tragen dort folgendes ein:

exec openbox-session

Fazit

Openbox macht Sinn und ist daher empfehlenswert, wenn konsequent auch leichtgewichtige Software wie

hinzuinstalliert und benutzt wird. Der Geschwindigkeitsvorteil ist unter anderem dadurch begründet, weil keinerlei zusätzliche Dienste automatisch gestartet werden und keine Abhängigkeiten den Speicherbedarf unnötig vergrößern und aufblähen. Openbox kann mit zusätzlichen Tools aufgewertet werden bis zu einem vollwertigen Desktop. Die große Flexibilität ist eines der großen Stärken von Openbox.

Screenshot

Openbox